
Manfred.Wolff IT-/KI Transformation, Agiler Coach
blog.mwolff.org ist meine Denkwerkstatt für Softwareentwicklung, KI und Agilität. Ich schreibe über das, was mich als Entwickler, Coach und Praktiker wirklich beschäftigt: nicht die glatte Konferenzversion, sondern die echte. Die Themen kommen aus dem Alltag. Wie KI-Werkzeuge die Softwareentwicklung verändern und was das für Teams und Qualität bedeutet. Warum hexagonale Architektur keine akademische Übung ist, sondern eine Leitplanke, die funktioniert. Was von Scrum übrig bleibt. Und wie man DSGVO-konforme KI-Umgebungen baut, ohne auf Produktivität zu verzichten. 35 Jahre Softwareentwicklung. Konkret, meinungsstark, nah an der Praxis.
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Beiträge (27)

Die restlichen 10 bis 20 Prozent
Meine Faustregel aus der Praxis: 80 bis 90 Prozent der typischen Entwicklungsaufgaben erledigt ein Sprachmodell heute zuverlässig, wenn die Leitplanken stimmen. Die restlichen 10 bis 20 Prozent scheitern nicht zufällig. Sie scheitern dort, wo die Trainingsdaten dünn sind. Das ist keine Vermutung, da

Wenn ich nicht durchsteige, hilft mir kein Modell
Heute habe ich eine Stunde an einer Spezifikation gearbeitet. Nicht am Code. An der Spezifikation. Eine Stunde für einen Text, den am Ende niemand sieht außer mir und dem Modell. Kein Feature, keine Zeile, die läuft. Und trotzdem war es die wichtigste Stunde des Tages. Das Modell rät, und sagt es ni

Skills gegen das Vergessen: Warum mein 9-Schritte-Workflow jetzt hält
Mein Workflow stand in einer Datei. Claude hat ihn trotzdem vergessen. Die Claude-Workflow.md beschreibt meinen 9-Schritte-Prozess für KI-gestützte Softwareentwicklung, sauber und vollständig. Am Anfang einer Session lief alles nach Plan. Zwei Stunden später fehlten plötzlich Schritte. Der Plan-Modu

Fünfmal umgebaut. Nichts auf Vorrat.
Ich habe mein Werkzeug in wenigen Wochen fünfmal umgebaut. Fünfmal am selben Ding klingt nach fehlender Planung. Ich halte jeden dieser fünf Umbauten für richtig. Der Grund ist einfach. Jeder Umbau hatte einen konkreten Anlass. Keiner war auf Vorrat gebaut. In der klassischen Welt wäre das ein Warns

YAGNI. Jetzt erst recht.
Ich hatte einen Chef, der von „You Ain’t Gonna Need It“ überhaupt nichts hielt. Sein Argument war einfach und klang auf den ersten Blick vernünftig: Eine Funktion soll nur einmal angefasst werden. Also soll sie beim ersten Mal vollständig ausspezifiziert und vollständig implementiert werden. Kein Na

KI hat das Problem nicht erfunden. Sie hat es sichtbar gemacht
Letzte Woche habe ich auf LinkedIn über KI-Leitplanken geschrieben. Der Kern: Wer KI ohne Prozess, ohne Architekturvorgaben und ohne TDD loslässt und dann über schlechte Ergebnisse klagt, hat nicht KI getestet. Er hat Chaos getestet. Martin Kreutz hat kommentiert: Die Erwartungshaltung sei viel höhe

Wie viel KI steckt in deinen Texten, Manfred?
Letzte Woche bekam ich einen Kommentar auf LinkedIn. „Ich mag was Du schreibst, Manfred Wolff. Bitte eine ehrliche Antwort: Wie viel wurde vom Text mit KI geschrieben? Und wie viel hast du davon übernommen?“ Eine faire Frage. Ich beantworte sie gerne. Aber die Antwort beginnt nicht mit KI. In der Sc

KI entwickelt jetzt auch Anforderungen
Neulich in einer Session mit Claude: Wir arbeiten an einem Thema, ich habe eine Idee für eine neue Anforderung, und mir fällt sofort auf, dass ich genau das schon mal erlebt habe. In einem früheren Projekt stand genau diese Anforderung auf dem Tisch, hat Zustimmung bekommen, und wurde dann zurückges

Ich habe nie gesagt, Agilität ist tot
Die Kommentare zu meinem letzten Post zeigen ein Missverständnis, das ich selbst provoziert habe. „Scrum ist tot“ klingt wie ein Frontalangriff auf Agilität. Das Gegenteil ist gemeint. Ich sage: Agilität ist wichtiger denn je. Scrum ist das falsche Vehikel für den neuen Takt. Das ist kein Wortspiel.

„KI produziert nur Scheiße.“ Stimmt. Ohne Leitplanken.
Letzte Woche sagte mir ein Entwickler: „KI produziert nur Scheiße. Ich habe das letztes Jahr ausprobiert.“ Ich habe nicht widersprochen. Ich habe gefragt, womit er es ausprobiert hatte. Er wusste es nicht mehr genau. Irgendein Chatbot. Irgendein Codegenerator. „Letztes Jahr halt.“ Das ist das erste

Scrum ist tot. Was kommt danach?
Scrum hat eine bestimmte Welt vorausgesetzt: ein Team aus Entwicklerinnen und Entwicklern, die gemeinsam Code schreiben, sich abstimmen müssen, Schätzungen abgeben und in zweiwöchigen Iterationen liefern. Das war kein Zufall, sondern eine kluge Antwort auf reale Engpässe, vor allem den Engpass mensc

Die KI, die sich nicht erinnert und wie ich damit umgehe
Es gibt einen neurologischen Zustand, der sich Anterograde Amnesie nennt. Wer darunter leidet, kann keine neuen Langzeiterinnerungen bilden. Jedes Gespräch beginnt bei null. Der berühmteste Fall ist Henry Molaison, bekannt als „H.M.“, der nach einer Hirnoperation jahrzehntelang so lebte: intelligent